Gesetzgebung

In der Schweiz gelten für die Haltung von Tieren und speziell Wildtieren diverse Gesetzestexte.

Die Schweizer Gesetzestexte und weitere amtliche Veröffentlichungen des Bundes sind öffentlich zugänglich in der elektronischen Sammlung des Bundesrechts. Nachfolgende Gesetzestexte sind Verlinkungen in die Systematische Sammlung des Bundesrechts.

Das Gesetz

455 Tierschutzgesetz vom 16. Dezember 2005 (TSchG)

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Die Tierschutzverordnung

455.1 Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV)

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Ausführungsverordnungen

455.109.1 Verordnung des EVD vom 5. September 2008 über Ausbildungen in der Tierhaltung und im Umgang mit Tieren

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Für private Reptilienhalter und Amphibienhalter relevante Texte

Hier sind nur einzelne Auszüge.
Es gilt der offizielle Gesetzestext, zu finden unter https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrecht/systematische-sammlung.html

Art. 85 Anforderungen an Personen, die Wildtiere halten oder betreuen

3 In privaten Wildtierhaltungen, in denen ausschliesslich die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber die Tiere betreut, genügt ein Sachkundenachweis, wenn es sich um Tiere folgender Arten handelt:

c. sämtliche bewilligungspflichtigen Reptilien, ausser Riesen— und Meeresschildkröten sowie Krokodile;

Art. 89 Privates Halten von Wildtieren

Das private Halten folgender Wildtiere ist bewilligungspflichtig:

f. Meeresschildkröten, Riesenschildkröten, Alligatorschildkröten, Schlangenhalsschildkröten, Pelomedusenschildkröte; alle Krokodilartigen (Crocodilia); grosse Leguane, Fidji-Leguan, Drusenköpfe, alle Chamäleons, alle Tejus, Warane, die erwachsen eine Gesamtlänge von mehr als 1 m erreichen, Varanus mitchelli, Varanus semiremex; Brückenechsen, Meerechsen, Krustenechsen, Giftschlangen, Riesenschlangen, die erwachsen mehr als 3 m lang werden, ausgenommen Boa constrictor; Seeschlangen;

g. Goliathfrosch; Riesensalamander;

Art. 90 Gewerbsmässige Wildtierhaltungen

1 Gewerbsmässige Wildtierhaltungen sind bewilligungspflichtig.

Art. 92 Wildtiere mit besonderen Ansprüchen an Haltung und Pflege

1 Für Wildtiere mit besonderen Ansprüchen an Haltung und Pflege darf die kantonale Behörde die Bewilligung nur erteilen, wenn das Gutachten einer unabhängigen und anerkannten Fachperson nachweist, dass die vorgesehenen Gehege und Einrichtungen eine tiergerechte Haltung ermöglichen. Die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller und die zuständige kantonale Behörde müssen die Fachperson gemeinsam bestimmen. Kein Gutachten ist erforderlich für die Bewilligung von Gehegen nach Artikel 95 Absatz 2.

2 Folgende Tierarten stellen besondere Ansprüche an die Haltung und Pflege:

h. Meeresschildkröten, Riesenschildkröten der Gattung Geochelone (G. gigantea, nigra, sulcata) und Dipsochelys (D. sp.); alle Krokodilartigen (Crocodilia), Brückenechsen, Meerechsen; Chamäleons, ausgenommen Chamaeleo calyptratus, Galapagos-Landleguan, Wirtelschwanzleguane, Drusenköpfe; Python boeleni, Seeschlangen (Hydrophiidae);

i. Goliathfrosch, Riesensalamander.

Art. 93 Tierbestandeskontrolle

1 Bewilligungspflichtige Wildtierhaltungen müssen eine Tierbestandeskontrolle führen.

Art. 95 Bewilligungsvoraussetzungen

1 Die Bewilligung darf nur erteilt werden, wenn:

a. Räume, Gehege und Einrichtungen der Art und Zahl der Tiere sowie dem Zweck des Betriebes entsprechen und die Tiere nicht entweichen können;

b.1 in Betrieben nach Artikel 90 Absatz 2 Buchstabe b die Anzahl Tiere pro Flächeneinheit dem Futterangebot und der Beanspruchung des Bodens angepasst ist;

c. die Tiere, soweit nötig, durch bauliche oder andere Massnahmen gegen Witterung, Störung durch Personen, übermässigen Lärm und Abgase geschützt sind;

d. die personellen Anforderungen betreffend Tierpflege nach Artikel 195 erfüllt sind;

e. die regelmässige tierärztliche Überwachung nachgewiesen werden kann, ausgenommen bei nicht langfristig betriebenen Tierschauen ohne fest eingerichteten Standort, kleinen privaten Tierhaltungen und der Besatzfischzucht;

f. für befristete Tierschauen und Ausstellungen der Nachweis vorliegt, dass die Tiere danach anderweitig geeignet untergebracht werden können.

2 Den Mindestanforderungen nach Anhang 2 nicht voll entsprechen müssen:

a. Gehege für Tiere, die häufig und regelmässig in der Manege ausgebildet, trainiert oder vorgeführt werden, sofern die räumlichen Verhältnisse an einzelnen Gastspielorten dies nicht zulassen;

b. Gehege, in denen Tiere nur kurze Zeit gehalten werden.